
In Cormac McCarthy’s Roman, der in einer düsteren postapokalyptischen Welt spielt, versucht ein ca. 50 Jahre alter Mann sich und seinen 10jährigen Sohn in den vermeintlich wärmeren Süden zu retten. Die beiden würden einen weiteren Winter nicht überleben.
Die zerstörte Welt ist mit Asche überzogen, es handelt sich vermutlich um die Auswirkungen eines nuklearen Winters. Das Sonnenlicht wird von einem grauen Schleier getrübt. Es gibt weder Tiere noch Pflanzen. Tag für Tag sind die beiden auf der Flucht vor der Kälte und dem Tod und zeitgleich auf der Suche nach einem sicheren Rastplatz und nach Nahrung. Die wenigen Überlebenden, die sie antreffen, irren scheinbar ziellos durch die tote Welt. Immer auf der Suche nach Essbarem, schrecken “die Bösen” auch vor extremer Gewalt und Kannibalismus nicht zurück.

Der Leser erfährt nichts von dem vorausgegangenen Weltuntergang, er erfährt auch nicht die Namen der beiden Protagonisten. McCarthy, der für diesen Roman mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, berichtet von ihnen lediglich als “der Mann” und “der Junge”, die in dieser zunehmend aussichtslosen Situation zu überleben versuchen. Ihre Dialoge sind wortkarg und monoton. Und so erzählt auch der Autor seine Geschichte: minimalistisch, finster, nahezu gefühllos.

Schon lange hat mich kein Buch mehr so in seinen Bann schlagen können wie McCarthy’s Die Straße. Von den ersten Seiten an herrscht eine ständig präsente Hoffnungslosigkeit, die nur durch die innige Vater-Sohn-Beziehung erträglich wird. Lediglich das Ende wirkt etwas erzwungen. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten.
Die Bilder stammen übrigens aus der im Oktober 2009 erscheinenden Verfilmung des Romans, die von John Hillcoat mit Viggo Mortensen, Robert Duvall, Guy Pearce und Charlize Theron in den Hauptrollen umgesetzt wurde.
Michael
Blog: Die Straße von Cormac McCarthy http://tinyurl.com/d8wyhg